News 2016

Mats Moraing gewinnt DAIKIN Open 2016

DAIKIN Open 2016 in der TennisBase Oberhaching: Mats Moraing schlägt im Finale Robin Kern mit 6:4, 6:2 / Doppeltitel an Hannes Wagner und Louis Wessels

 

(17.10.2016) Er war nicht nur einer der größten Teilnehmer, sondern am Ende auch der beste: Mats Moraing, 198 Zentimeter lang und mit einer gewaltigen Vorhand sowie einem starken Service ausgestattet, sicherte sich am Sonntag den Titel bei den DAIKIN Open 2016. Im Finale bezwang Moraing Robin Kern mit 6:4 und 6:2. Kern verlor somit zum zweiten Mal in Folge das Finale des mit 10.000 US-Dollar dotierten ITF-Turniers im Rahmen der German Masters Series in der TennisBase Oberhaching. Im vergangenen Jahr zog der Nürnberger gegen Jeremy Jahn den Kürzeren.

Siegerehrung bei den DAIKIN Open 2016 (v.l.): Claudia Steidl (Turnierorganisation), Hans Hauska (Geschäftsführer TennisBase Oberhaching), Robin Kern, Mats Moraing, Dirk Obländer (Vertriebsdirektor DAIKIN), Christoph Poehlmann (Turnierdirektor) und Fritz Müller (Turnierorganisation)

 

Moraing, der für den Bundesligisten Rochusclub Düsseldorf startet, war im gesamten Turnierverlauf nur einmal echt gefordert. Nach drei überzeugenden 6:3, 6:1-Erfolgen in Serie, musste der an Nummer 2 gesetzte Linkshänder im Halbfinale erstmals einen Satz abgeben. Doch auch gegen den Tschechen Marek Jaloviec setze sich Moraing durch und zog mit einem knappen 1:6, 6:1 und 7:6 ins Finale ein. Kern war in der Vorschlussrunde gegen den erst 16-Jährigen Louis Wessels aus Dettmold mit 6:3 und 6:2 erfolgreich.

Sieger Moraing zeigte sich nach dem Finale mit seiner Leistung sehr zufrieden: "Es lief heute alles reibungslos. Ich habe gut serviert und ihm bei meinem Aufschlagspiel keine Chancen gelassen. Auch mein Return war aggressiv, sodass ich ihn direkt unter Druck setzen konnte." Nun geht es zu einem Abstecher nach Montpellier, ehe man Moraing beim ATP-Challenger in Eckental wieder auf bayerischem Boden sehen kann.

Doppeltitel an Wagner und Wessels


Das Doppelfinale, das bereits am Samstag ausgetragen wurde, gewannen Lokalmatador Hannes Wagner und Louis Wessels. Wagner / Wessels bezwangen die Schweizer Raphael Baltensperger und Marc-Andrea Huesler mit 6:1 und 6:4. Wagner trainiert seit Jahren an der TennisBase Oberhaching und geht als erster Sieger beim Heimturnier in die Annalen ein.

"Wir haben eine tolle Turnierwoche erlebt und insgesamt auch einen sehr guten Zuschauerzuspruch zu verzeichnen", so Turnierdirektor Christoph Poehlmann. "Vor allem für die drei DTB-Youngster Louis Wessels, Marvin Möller und Rudolf Molleker waren die DAIKIN Open eine tolle Plattform, ihr herausragendes Talent unter Beweis zu stellen."

Im Rahmen der Siegerehrung hob Vertriebsdirektor Dirk Obländer die Verbundenheit des Hauptsponsors DAIKIN mit dem Turnier hervor: "Wir fühlen uns mit unserem Engagement sehr wohl und hier in der TennisBase Oberhaching bestens aufgehoben."

Knappe Niederlage des Lokalmatadoren

DAIKIN Open 2016: Erste Hautpfeldrunde beendet, am Donnerstag stehen die Achtelfinals auf dem Programm

(13.10.2016) Es war kein leichtes Erstrundenmatch für Hannes Wagner bei den >>DAIKIN Open<<. Der Münchner Lokalmatador, der seit Jahren an der TennisBase Oberhaching trainiert und für die Zweitligamanschaft des TC Großhesselohe spielt, musste am Mittwoch gegen den an Nummer 4 gesetzten Marek Jaloviec ran.

Der Tscheche rangiert auf Position 473 der Weltrangliste und damit fast 500 Positionen höher als Wagner. Unter den Augen von Sabine Lisicki, die zuvor mit Jakob Schnaitter eine Trainingssession im DTB-Bundestützpunkt eingelegt hatte, gestaltete Wagner das Match ausgeglichen und hatte beim Stand von 6:5 im ersten Durchgang sogar einen Satzball, den er mit einem relativ leichten Rückhandfehler jedoch vergab. Im Tiebreak führte Wagner noch mit 3:1, machte dann aber keinen Punkt mehr. Auch im zweiten Satz hielt der 20-Jährige lange mit, musste sich am Ende aber knapp mit 6:7, 5:7 geschlagen geben.

Während Wagner auf dem Center Court noch um den Gewinn des ersten Satzes kämpfte, verwandelte der an Position 2 gesetzte Deutsche Mats Moraing seinen ersten Matchball zum ungefährdeten 6:3 und 6:1 gegen den Bulgaren Gabriel Donev.

Auch die folgenden Matches auf dem Ceter Court hatten es in sich. Der topgesetzte Belgier Christopher Heyman und der deutsche Sami Reinwein lieferten sich einen knapp dreistündigen, hochklassigen Fight, den letztlich der Belgier im Tie-Break des dritten Satzes mit 7:6 / 3:6 / 7:6 für sich entschieden konnte, obwohl Reinwein bereits beim Stand von 5:4 und 6:5 zum Match aufgeschlagen hatte. Im Anschluss daran sicherte sich Philip Davydenko, der Neffe des ehemaligen russischen Weltklassespielers Nikolay Davydenko, mit einem knappen 7:6 / 7:6 gegen den Münchner Tobias Simon das Achtelfinal-Ticket.

Das Match des Tages wurde letztlich zu einer sehr einseitigen Partie, da der Hesse Nils Brinkmann gegen TennisBase-Youngster Rudi Molleker bereits angeschlagen ins Match ging. Rudi Molleker ließ sich davon nicht irritieren und spielte äußerst souverän auf. Beim Stand von 6:1 / 1:0 für Molleker gab Brinkmann schließlich auf, womit sich Rudi Molleker nun eine Partie gegen Vorjahresfinalistin Robin Kern im Achtelfinale erspielt hat.

 

Eine Tradition wird begründet

Das Rahmenprogramm umfasste am Mittwochvormittag eine hochkarätig besetzte und von zahlreichen Medienvertretern besuchte Pressekonferenz mit Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann, DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard und dem Geschäftsführer der TennisBase Oberhaching, Hans Hauska (v.r.). Es ging um nichts weniger als den Status Quo und die Zukunft im deutschen Herrentennis. Schon im vergangenen Jahr wurde dieses Thema im Rahmen der DAIKIN Open diskutiert - unter anderem mit DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff und René Stammbach, dem Präsident des Schweizer Tennisverbandes. Dieser  Tennis-Talk soll auch zukünftiger fester Bestandteil der DAIKIN Open sein.

>>München TV hat bereits einen schönen Bericht von der Presskonferenz und von den Matches von Mats Moraing und Hannes Wagner veröffentlicht<<.

Am Donnerstag ab 12 Uhr stehen in der TennisBase Oberhaching die Achtelfinal-Partien im Einzel und Dopppel-Viertelfinals an. Eintritt ist frei.


Archiv: News 2015

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Jeremy Jahn gewinnt die DAIKIN Open 2015

Beim mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future-Turnier in der TennisBase Oberhaching holt sich Jahn den Titel durch einen 6:3, 6:3-Finalerfolg über Robin Kern / Im Doppel schrammt das TennisBase-Duo Hannes Wagner - Johannes Härteis knapp am Titel vorbei

(25.10.2015) Jeremy Jahn wird als erster Sieger in die Annalen der DAIKIN Open eingehen. Bei der Premiere des mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future Turniers in der TennisBase Oberhaching gewann der 25-Jährige am Sonntag das Finale gegen Robin Kern mit 6:3, 6:3 und damit seinen vierten ITF-Einzeltitel.

Obwohl beide Spieler seit Jahren befreundet und auch gemeinsam in der Doppelkonkurrenz der DAKIN Open angetreten sind, war es das erste Match gegeneinander. „Das ist schon ein seltsames Gefühl, gegen einen guten Freund und Doppelpartner anzutreten, aber da muss man durch“, so Jahn unmittelbar vor dem Match. Der gebürtige Bad Tölzer, der mehrere Jahre für Wacker Burghausen und für den TC Bruckmühl-Feldkirchen in der Bundesliga aktiv war, steht seit zwei Jahren im Aufgebot des TC BW Neuss. Der Nürnberger Kern geht inzwischen für den TC GW Mannheim in der Bundesliga an den Start.

Kern hatte tags zuvor in seinem Halbfinale beim Stand von 3:0 von der Aufgabe des an zwei gesetzten Edoardo Eremin profitiert. Der Italiener musste wegen einer Schulterverletzung das Match frühzeitig abbrechen. Jahn hatte sich am Samstag im Halbfinale in drei Sätzen mit 2:6, 6:4 und 6:3 gegen Mats Moraing durchgesetzt.

Die zahlreichen Zuschauer sahen ein tolles Finale zwischen Jeremy Jahn (vorne) und Robin Kern (foto: btv)

Härteis und Wagner knapp geschlagen

Zur Freude des Bayerischen Tennis-Verbandes gelangten die beiden Lokalmatadoren Johannes Härteis und Hannes Wagner ohne Satzverlust ins Doppelfinale, das bereits am Samstag ausgetragen wurde. Kürzlich noch beim ITF-Turnier in Hambach erfolgreich, mussten sich Härteis / Wagner diesmal knapp geschlagen geben. Die Mitglieder des DAIKIN Jungprofi-Teams der TennisBase Oberhaching unterlagen dem niederländischen Duo Niels Lootsma und David Pel knapp mit 6:2, 4:6, 8:10.

Bernhard Schöner, Marketing-Leiter der DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, überreicht Jeremy Jahn den Siegerpokal. "Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr", so Schöner.

Ismaning Open by medicus

Viele Spieler der DAIKIN Open nehmen nun direkt im Anschluss an den ISMANING Open by medicus teil. Das kombinierte ITF-Future-Turnier für Damen und Herren, ebenfalls mit jeweils 10.000 US Dollar dotiert, wird seit Samstag in der Halle des TC Ismaning ausgetragen. Derzeit läuft die Qualifikation, Hauptfeldbeginn ist am Dienstag, die Einzelfinals stehen am Sonntag auf dem Programm.

Die DAIKIN Open und die Ismaning Open by medicus sind Veranstaltungen der "German Masters Series powered by Tretorn"!

DAIKIN Open 2015 / Finalergebnisse

Einzelfinale
Jeremy Jahn – Robin Kern 6:3, 6:3

Einzelhalbfinale
Jeremy Jahn – Mats Moraing 2:6, 6:4, 6:3
Robin Kern – Edoardo Eremin 3:0 ret.

Doppelfinale
Niels Lootsma / David Pel vs. Johannes Härteis / Hannes Wagner 2:6, 6:4, 10:8


DAIKIN Open: Drei deutsche Bundesligaspieler im Halbfinale

Beim mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future-Turnier in der TennisBase Oberhaching werden am Samstag die Halbfinals im Einzel und das Doppelfinale ausgetragen / Einzelfinale am Sonntag um 13.00 Uhr

(Oberhaching, 23.10.2015) Robin Kern gegen Edoardo Eremin und Mats Moraing gegen Jeremy Jahn – so lauten die Halbfinalbegegnungen der DAIKIN Open 2015.

 

Zunächst werden am Samstag ab 13.00 Uhr Kern und Eremin um den Finaleinzug kämpfen. Kern, der in der Bundesliga für den TC GW Mannheim an den Start geht und in diesem Jahr eine Einzelbilanz von 3:0 erzielte, setzte sich in seinem Viertelfinalmatch am Freitag mit 6:3 und 6:4 gegen den Tschechen Dominik Suc durch. Der im Tableau an Nummer 2 positionierte Italiener Eremin (Nr. 355 der ATP-Weltrangliste) war gegen Lokalmatador Hannes Wagner mit 6:4, 4:6 und 6:2 erfolgreich.

 

Im zweiten Halbfinale möchte sich Moraing für eine Niederlage aus der diesjährigen Bundesligasaison revanchieren. Am 19. Juli empfing er mit dem Rochusclub Düsseldorf den TC BW Neuss und scheiterte an Position vier spielend knapp mit 3:6, 6:4 und 10:3 an Jahn. Man darf gespannt sein, wer nun in der TennisBase Oberhaching die Oberhand behält.

 

DAIKIN Open 2015 / Spielplan für Samstag, 24.10.

  • 13.00 Uhr               Robin Kern – Edoardo Eremin (Halbfinale Einzel)
  • anschließend           Mats Moraing – Jeremy Jahn (Halbfinale Einzel)
  • Nicht vor 16.00        Doppelfinale - Niels Lootsma / David Pel gegen Hannes Wagner / Johannes Härteis


DAIKIN Open 2015 / Spielplan für Sonntag, 25.10.
13.00 Uhr               Finale Einzel


Der Endspurt wird eingeläutet

Acht Spieler befinden sich noch im Feld der DAIKIN Open, dem mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future-Turnier in der TennisBase Oberhaching

(23.10.2015) Der bisherige Turnierverlauf gestaltete sich kurios. Der Italiener Edoardo Eremin hat es als einziger Gesetzter ins Viertelfinale geschafft, alle anderen gesetzten Spieler sind bereits ausgeschieden.

Eremin, an Position 2 notiert, trifft heute (nicht vor 14.30 Uhr) auf Lokalmatador Hannes Wagner, der als einziger aus dem DAIKIN Jungprofiteam noch im Rennen ist. Eremin war im Achtelfinale gegen Wagners Trainingspartner Jakob Schnaitter (6:3, 6:4) erfolgreich, Wagner setzte sich im "stallinternen" Duell mit 7:5, 6:2 gegen Sebastian Prechtel durch

Mit Robin Kern kämpft ein weiterer Spieler aus Bayern um den Einzug ins Halbfinale. Nachdem er den an Nummer 5 gesetzten Niederländer A. van der Duim augeschaltet hat, trifft Kern nun auf Dominik Suc aus Tschechien. Suc hatte sich in der Runde der letzten 16 mit 4:6, 6:2 und 6:1 gegen Alexander Erler durchgesetzt.

Ein weiterer Viertelfinalist mit bayerischen Wurzeln ist Jeremy Jahn, lange Zeit für Wacker Burghausen aktiv und inzwischen für Bundesligisten Neuß am Start. Jahn bezwang am Donnerstag Pascal Meis 7:6, 6:1, nun geht es gegen den Niederländer Niels Lootsma.

Ein weiteres Viertelfinale bestreiten Mats Moraing vom Ruchusclub Düsseldorf und der Tscheche Zdenek Kolar.

Die Begegnungen am Freitag:

  • Court 1, Beginn 13.00: Mats Moraing - Zdenek Kolar
  • Court 1, nicht vor 14.30: Hannes Wagner - Edoardo Eremin
  • Court 2, Beginn 13.00: Jeremy Jahn - Niels Lootsma
  • Court 2, anschließend: Robin Kern - Dominik Suc

Hordorff fordert bessere Förderung des Tennissports

Rahmenprogramm der DAIKIN Open 2015: eine hochkrarätig besetzte Podiumsdiskussion des Bayerischen Tennis-Verbandes zur Zukunft im deutschen Herrentennis. Drei Kernthesen werden formuliert: Bessere Finanzierung, stärkere Zentralisierung und Ausbau der ITF-Turnierlandschaft

(22.10.2015) "Wo stand und steht das deutsche Herrentennis gestern, heute und in der Zukunft?" Dieser Ausgangsfrage ging im Rahmen der DAIKIN Open eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion nach. Unter Moderation des bekannten Sport-1-Kommentators Elmar Paulke diskutierten am Mittwochvormittag in der TennisBase Oberhaching Helmut Schmidbauer (BTV-Präsident), Rene Stammbach (Präsident Swiss Tennis und ITF-Vizepräsident), Dirk Hordorff (DTB-Vizepräsident), Florian Mayer (Tennisprofi), Tobias Angerer (ehemaliger Langlauf-Star) und Hans Hauska (Geschäftsführer BTV-Marketing) vor zahlreichen Pressevertretern und Gästen die Lage im deutschen Herrentennis.

v.l.: Elmar Paulke, Hans Hauska, Florian Mayer, Tobias Angerer, Dirk Hordorff, Helmut Schmidbauer und Rene Stammbach

DTB-Vizepräsident Hordorff stellte klar, dass der DTB aktuell nicht da ist, wo er sein möchte und aufgrund seiner Größe im Welttennis auch hingehöre. Mit Philipp Kohlschreiber, Alexander Zverev und Benjamin Becker sind derzeit nur drei deutsche Profis unter den besten 100 der ATP-Weltrangliste zu finden. "Wir müssen uns in einigen Bereichen verbessern und vor allem die Effektivität in der Zusammenarbeit zwischen DTB, Verbänden und Vereinen steigern. Hier muss der Deutsche Tennis Bund seine Leader-Rolle wahrnehmen." Hordorff wies zudem auf ein großes Manko hin, unter dem der Tennissport hierzulande leidet: "Es fehlt uns einfach das Geld.“ Wird beispielsweise der Skiverband mit 200 Trainerstellen vom Deutschen Olympischen Sportbund gefördert, erhält der DTB derzeit nur eine einzige Stelle finanziert, nämlich die von Herren-Bundestrainer Michael Kohlmann. „Wir befinden uns in guten Gesprächen mit dem DOSB, wissen aber auch, dass wir bestimmte Gesetze einhalten müssen, um an die Fördertöpfe zu kommen. Daran arbeiten wir derzeit im DTB.“

Schockierende Erkenntnis

Der Schweizer Tennispräsident Rene Stammbach zeigte sich ob der mangelnden finanziellen Unterstützung mehr als überrascht: „Das ist für mich die schockierende Erkenntnis dieser Diskussion.“ In der Schweiz, wo mit Roger Federer und Stanislas Wawrinka seit Jahren gleich zwei Top-5-Spieler für Furore sorgen, gibt es neben der öffentlichen Förderung einen weiteren wesentlichen Schlüssel zum Erfolg: die enge inhaltliche und finanzielle Verzahnung der eigentlich konkurrierenden privaten Akademien und Ausbildungsstätten des Verbandes. „Aber in vier bis fünf Jahren haben wir vielleicht eine ähnliche Diskussion zu führen, denn nach Federer und Wawrinka kommt lange nichts mehr.“

BTV-Präsident Helmut Schmidbauer und BTV-Marketinggeschäftsführer Hans Hauska verdeutlichten, wie der Bayerische Tennis-Verband seine Aufgaben wahrnimmt. Dies geschieht nicht nur durch die Leistungssportförderung dezentral in ganz Bayern und zentral in der TennisBase Oberhaching, sondern im Wesentlichen auch durch den Ausbau der ITF-Turnierlandschaft. "Nach den DAIKIN Open findet in Ismaning ein neues mit 10.000 US Dollar dotiertes Damen- und Herrenturnier statt, gefolgt vom ATP-Challenger in Eckental. Der BTV setzt in diesem Bereich hohe Geldmittel ein“, so Schmidbauer. ITF-Future-Turniere vor der Haustüre seien ein wesentlicher Eckpfeiler, um jungen Spielern die Tür zum internationalen Weltklassetennis zu öffnen – für BTV-Geschäftsführer Hans Hauska ein ganz wesentliches Instrument: „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der ITF-Future-Turniere und der Zahl der Top-100-Spieler eines Landes.“ Dass die TennisBase Oberhaching in Zusammenarbeit mit dem DTB zum führenden Stützpunkt im Herrenbereich weiter ausgebaut werden soll, begrüßte Hauska sehr: "Hier darf sich sehr gerne der Mittelpunkt der deustchen Herrenelite befinden. Aber es reicht nicht, in Deutschland die Nummer 1 zu sein. Wir müssen uns auch international konkurrenzfähig aufstellen." Mit Lars Uebel, Coach von Matthias Bachinger und Peter Gojowczyk, wird das Profi-Trainerteam der TennisBase ab 1. Dezember weiter verstärkt.

Durch die Tür hindurch wollen

Die Athletensicht nahmen Florian Mayer und Tobias Angerer ein. Mayer, der nach hoffnungsvollem Comeback Mitte des Jahres derzeit wieder verletzt ausfällt, sah den Zusammenhang zwischen finanziellen und sportlichen Apsekten kritisch: "Sportliche Erfolge kann man nicht kaufen.“ Der Bayreuther betonte allerdings, wie wichtig die TennisBase Oberhaching für seinen Erfolg als Tennisprofi ist. "Ich habe mich hier immer wohlgefühlt und kann mit hoch qualifizierten Trainern arbeiten und mich mit den besten Spielern messen.“ Auch Tobias Angerer, zweifacher Gesamtweltcupsieger und elffacher Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, blieb die perfekte Infrastruktur an der TennisBase nicht verborgen: "Es ist eine tolle Einrichtung. Als es bei uns im Skilanglauf um die Jahrtausendwende nicht so richtig lief, hat Jochen Behle ein System mit drei Stützpunkten initiiert." Das sei der richtige Weg gewesen. Aber letztlich, so Angerer, gibt es nur einen wirklichen Schlüssel zum Erfolg: "Jeder einzelne Athlet muss durch die Tür, die man ihm öffnet, auch hindurchwollen.“

Achtelfinaltag der DAIKIN Open

Die 1. Runde im Einzel und Doppel der DAKIN Open 2015 ist absolviert, heute stehen die Achtelfinals im Einzel sowie die Viertelfinals im Doppel auf dem Programm

(22.10.2015) Jannis Kahlke sorgte am Mittwoch für die große Überraschung bei den DAIKIN Open. Nach drei Siegen in der Qualifikation, ließ sich der Marburger auch nicht vom Topgesetzten Litauer L. Grigelis (ATP 242) stoppen. Kahlke setzte sich mit 7:6 und 6:2 durch und trifft nun im Achtelfinale auf Mats Moraing, der in seinem Erstrundenmatch Daniel Uhlig beim 6:2, 6:2 immer im Griff hatte.

Im Abendmatch bezwang Jeremy Jahn gestern die Oberhachinger Nachwuchshoffnung Johannes Härteis 6:1 und 7:6. Nun geht es gegen Pascal Meis um den Einzug ins Viertelfinale.

Nach dem Aus von Uhlig und Härteis wird ein weiterer Akteur der TennisBase Oberhaching heute die Segel streichen müssen. Denn in zweiten Match auf dem Center Court (nicht vor 13.30 Uhr) kommt es zum Oberhachinger Duell zwischen Hannes Wagner und Sebastian Prechtel, die beide mit einer Wildcard am Start sind.

Auch Jakob Schnaitter und Alexander Erler haben noch die Chance auf den Einzug in die Runde der letzten 16. Schnaitter steht dabei gegen den an Nummer 2 gesetzten Italiener Edoardo Eremin (ATP 355) vor einer schweren Aufgabe, Erler bekommt es mit dem Tschechen Dominik Suc zu tun.

Die Achtelfinalbegebgnungen am Donnerstag (Beginn 12.00 Uhr):

  • Jannis Kahlke - Mats Moraing
  • Zdenek Kolar - Miloslav Mecir
  • Pascal Meis - Jeremy Jahn
  • Niels Lootsma - Marc Sieber
  • A. van der Duim - Robin Kern
  • Dominik Suc - Alexander Erler
  • Hannes Wagner - Sebastian Prechtel
  • Jakob Schnaitter - Edoardo Eremin

Erster Weltranglistenpunkt für Alex Erler

DAIKIN Open 2015: Der erste Tag des Hauptfeld bringt Top-Ergebnisse für die Spieler der TennisBase Oberhaching

(21.10.2015) Erster ATP-Punkt für Alexander Erler! Der 18-jährige Nachwuchsprofi der TennisBase Oberhaching schlägt bei den DAIKIN Open den an Nummer 3 gesetzten Slowenen Kocevar-Desman mit 6:7, 7:6, 6:2. Nachdem Erler einige Matchbälle gegen sich abwehren konnte, wird er somit erstmals in der Weltrangliste geführt. Sein Jubelschrei war bis in die benachbarte Sportschule zu hören - wie hier das >>Facebook-Video<< belegt.

Auch Hannes Wagner und Sebastian Prechtel, beide wie Erler mit einer Wildcard am Start, konnten ihren Heimvorteil nutzen und in die zweite Runde einziehen. Wagner gewann das brisante "stallinterne" Duell gegen seinen Oberhachinger Trainingspartner Kevin Krawietz überraschend deutlich mit 6:4 und 6:1. Prechtel setzte sich gegen den Britischen Qualifikanten Billy Harris mit 6:3 und 6:4 durch.

Darüber hinaus setzte Jakob Schnaitter seinen Siegeszug fort. Nach drei Erfolgen in der Qualifikation, war der Wasserburer auch in der ersten Hauptfeldrunde nicht zu stoppen. Gegen den Qualifikaten Tim Sandkaulen hieß es am Ende 7:6 und 6:2 für Schnaitter.

Auch der Niederländer Nils Lootsma, Marc Sieber, Dominic Suc (CZE), und Edoardo Eremin stehen bereits in der zweiten Runde der mit 10.000 US Dollar dotierten DAIKIN Open.


Jakob Schnaitters sensationelles Comeback

DAIKIN Open 2015: Heute beginnt das Hauptfeld des mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future-Turniers in der TennisBase Oberhaching

(19.10.2015) Nach 1:6 und 1:5 Rückstand noch gewinnen? Das geht, wie Jakob Schnaitter (Wasserburg) gestern bei den DAIKIN Open in Oberhaching gezeigt hat. Der Jungprofi der TennisBase setzte sich nach mehr als überraschendem Spielverlauf im Quali-Finale gegen Zweitligaspieler Stephan Hoiss vom MTTC Iphitos noch 1:6, 7:6 und 6:4 durch und steht nun im Hauptfeld des ITF-Future-Turniers.

"Es ist umso schöner, dass es trotzdem klappt nach solch einem Rückstand. Ich habe einfach versucht, Punkt für Punkt zu spielen. Er hat dann plötzlich angefangen, mehr Fehler zu machen, und dann hat sich das Match irgendwie gedreht", so Schnaitter in einem ersten Statement nach dem Match, zu sehen auf der >>Facebook-Seite der DAIKIN Open<<.

Heute am ersten Spieltag des Hauptfelds trifft Schnaitter auf den jungen Deutschen Tim Sandkaulen, der sich ebenfalls in der Qualifikation durchgesetzt hat.

Erfreulich auch das Auftreten von Daniel Uhlig vom 1. FC Nürnberg. Uhlig gewann das Qualifinale am Montag gegen den Schweizer Oliver Mrose nach hartem Kampf mit 6:3, 4:6 und 6:4 und darf nun morgen, nach einem Tag Pause, gegen Mats Moraing ran.

Das von der Papierform brisanteste Duell in der ersten Hauptfeldrunde der DAIKIN Open 2015 bestreiten die Oberhachinger Trainingskollegen Kevin Krawietz und Hannes Wagner. Man darf gespannt sein, wie sich Wildcard-Akteur Wagner (ATP 1026) gegen den an Nummer 7 gesetzten Krawietz, aktuell die Nummer 441 der Weltrangliste, behaupten wird.

Mit Alexander Erler und Sebastian Prechtel sind heute zwei weitere Jungprofis der TennisBase Oberhaching mit einer Wildcard am Start. Erler bekommt es im ersten Match des Tages (11.00 Uhr, Court 1) mit dem an Nummer 3 gesetzten Slowenen Tom Kocevar-Desman zu tun, Prechtel spielt gegen den Britischen Qualifikanten Bill Harris.


Gelungener Auftakt der DAIKIN Open

Jakob Schnaitter und Daniel Uhlig, Jungprofis aus der TennisBase Oberhaching, stehen im Qualifikationsfinale der DAIKIN Open

(18.10.2015) "TWO ROUNDS TODAY !!!" stand in großen Lettern über dem Sonntag-Spielplan der DAIKIN Open 2015. Zweimal mussten die Sieger der ersten Qualifikations-Runde gestern antreten - und so war "richtig Betrieb in der TennisBase", wie Turnierdirektor Christoph Poehlmann feststellte. Denn nicht nur auf den fünf Courts ging es zur Sache, auch die Zuschauertribünen waren gut gefüllt.

Erfreulich das Abschneiden zweier Jungprofis der TennisBase: Jakob Schnaitter (Wasserburg) setzte sich zunächst im internen Oberhachinger Duell mit 6:4, 6:3 gegen seinen 16-jährigen oftmaligen Trainingspartner Kai Lemstra (TC Aschheim) durch, anschließend bezwang er den an Nummer 13 gesetzten Österreicher Bernd Kössler mit 6:3 und 6:4. Gegen die Nummer 7 der Quali, Stephan Hoiss, will Schnaitter heute mit einem weiteren Sieg den Einzug ins Hauptfeld perfekt machen. Das Match beginnt um 12.00 Uhr auf Court 2. 

Auch Daniel Uhlig (1. FC Nürnberg) steht heute im Quali-Finale. Uhlig, der in Runde eins ein Freilos hatte, nutzte seinen Heimvortorteil beim knappen 6:4, 4:6, 7:6(2)-Erfolg über den Russen Matvey Khomentovskiy. Gegen den an fünf gesetzten Schweizer Oliver Mrose geht es heute im zweiten Match auf Court 1 (nicht vor 13.30 Uhr) um den Einzug ins Hauptfeld.

Alle acht Sieger des heutigen Tages erreichen einen Platz im Hauptfeld des mit 10.000 US Dollar dotierten ITF-Future-Turniers. Darüber hinaus darf sich ein Lucky Loser freuen, denn der an Nummer 1 der Meldeliste geführte Tscheche Jan Mertl kann wegen einer Verletzung nicht antreten. Die aktuelle Nummer 189 der ATP-Weltrangliste war am Sonntag nach Oberhaching gereist, um die Turnierveranstalter persönlich die Nachricht zu übermitteln. "Ich hätte sehr gerne hier gespielt", so Mertl.


„Turniere vor der Haustüre sind wichtig und sinnvoll“ - Dr. Peter Aurnhammer im Interview

BTV-Vizepräsident Dr. Peter Aurnhammer, Leiter der Ressorts Talentförderung und Leistungssport (GB 4)
BTV-Vizepräsident Dr. Peter Aurnhammer, Leiter der Ressorts Talentförderung und Leistungssport (GB 4)

Dr. Peter Aurnhammer ist als Vizepräsident des Bayerischen Tennis-Verbandes für den Bereich Talentförderung und Leistungssport verantwortlich. Bei seinem Heimatverein TC Ismaning war er in den vergangenen Jahren zudem Turnierdirektor des zweitgrößten Damenturniers in Deutschland. Nun fungiert er als sportlicher Leiter der Ismaning Open, des kombinierten ITF-Turniers für Damen und Herren. Wir sprachen mit Dr. Aurnhammer über die Leistungssportförderung im BTV, den Sinn von „kleineren“ Weltklasseturnieren und das neue Ismaninger Event.


Herr Dr. Aurnhammer, die TennisBase Oberhaching ist Bundesstützpunkt des DTB und Leistungszentrum des BTV. Was bedeutet das konkret?
Als Bundestützpunkt des Deutschen Tennis Bundes ist die TennisBase die zentrale Trainingsstätte für alle männlichen deutschen B-Kader-Spieler. Seit Davis-Cup-Teamchef und Herren-Bundestrainer Michael Kohlmann in leitender Funktion in Oberhaching tätig ist, haben viele der besten deutschen Nachwuchsprofis auch tatsächlich ihren Trainingsmittelpunkt nach Oberhaching verlegt. Für den Bayerischen Tennis-Verband ist an der TennisBase das Internat des BTV beheimatet mit vielen der besten Jugendlichen ab 13, 14 Jahren. Außerdem finden in Oberhaching viele Lehrgänge für Nachwuchstalente aller Altersklassen statt.


Auf welchen wesentlichen Säulen basiert das Leistungssportkonzept des BTV?
Zunächst werden tealentierte Kinder im Alter von sieben bis acht Jahren in Zusammenarbeit mit den Bezirken gesichtet und in regionalen Lehrgängen weiter ausgebildet und trainiert. Im nächsten Schritt werden die Besten im Alter von ca. zehn Jahren in den Talentpool des BTV aufgenommen, erhalten regelmäßig Training und Lehrgänge und werden zusätzlich auf erste nationale und internationale Turnierreisen eingeladen. Als dritte Säule folgt das BTV-Internat in Oberhaching, wo Schule und Leistungssport bestmöglich in Einklang gebracht werden können. Letzter Schritt ist schließlich der Wechsel in den Profibereich ab einem Alter von ca. 18 Jahren.


Ist es somit nur konsequent, dass der BTV nun in Oberhaching ein ITF-Turnier ausrichtet und anschließend in Ismaning ein weiteres, kombiniertes Turnier maßgeblich unterstützt?
Ja, es ist für unsere jungen Profis sehr wichtig und sinnvoll, Turniere quasi vor der Haustüre spielen zu können. Zum einen gibt es – wie im Fußball – einen nicht zu unterschätzenden Heimvorteil, den hoffentlich viele unsere Spieler gerade an ihrem Trainingszentrum in Oberhaching nutzen werden. Zum anderen fallen so teure Reisekosten weg, die leider in vielen Fällen einer erfolgreichen Profikarriere nach wie vor im Wege stehen.


Gibt es genügend Turniere dieser Kategorie in Deutschland?
17 ITF-Turniere stehen in diesem Jahr in Deutschland im Turnierkalender. Im Vergleich dazu sind es in Spanien fast doppelt so viele, nämlich 32. Wie glauben, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der ITF-Turniere und der Zahl der Top-100-Spieler eines Landes gibt. Vier deutsche Profis stehen derzeit unter den besten 100 der Welt, aus Spanien stammen mehr als zehn. Es dürfte also ruhig noch mehr ITF-Herren-Turniere geben. Und im Damenbereich sind wir sowieso zu dünn aufgestellt.
 
Wie sehen Sie denn den Nachwuchsbereich im BTV aufgestellt? Gibt es viel versprechende Talente, sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen?
Im nationalen Vergleich spielen bayerische Nachwuchstalente eine große Rolle, erfahrungsgemäß vor allem bei den Junioren. Aber auch bei den Juniorinnen können wir einige vielversprechende Talente im Alter von etwa 15 Jahren vorweisen. Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass einige bayerische Jungs und Mädels den Eintritt in den Profibereich schaffen werden.
Beim TC Ismaning, ihrem Heimatverein, gab es in den vergangenen  Jahren ein mit 75.000 US Dollar plus Hospitality dotiertes Damentennisturnier. Warum wird dies nun durch ein  vergleichsweise niedrig dotiertes  Turnier abgelöst, das auch noch eine Herrenkonkurrenz umfasst?
Wir hatten in den letzten Jahren eine Größenordnung erreicht, die unserer Philosophie nicht mehr entsprach. Im Hauptfeld war keine Spielerin aus Bayern mehr vertreten, in der Quali nur eine, und diese auch nur dank einer Wildcard.Wir wollten zurück zu den Wurzeln und ein Turnier anbieten, bei dem Spielerinnen aus der Region bzw. Bayern sich mit internationalen Konkurrentinnen messen können. Und da auf dieser Ebene die Kombination eines Damen- und Herrenturrniers in Deutschland sehr selten ist, haben wir uns für diese Form entschieden. Das ist für die Zuschauer sicher sehr attraktiv, wenn sie parallel Matches derDamen- und Herrenkonkurrenzen verfolgen können.


„Wir müssen die Spitzenathleten individueller fördern" - Interview mit Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann

Michael Kohlmann, Davis Cup-Kapitän und verantwortlicher DTB-Bundesstützpunkttrainer an der TennisBase Oberhaching
Michael Kohlmann, Davis Cup-Kapitän und verantwortlicher DTB-Bundesstützpunkttrainer an der TennisBase Oberhaching

Ein Interview mit Michael Kohlmann, Davis Cup-Kapitän und verantwortlicher DTB-Bundesstützpunkttrainer an der TennisBase Oberhaching.

Herr Kohlmann, welche Spieler aus dem DAIKIN Jungprofi Team werden an den Turnieren in Oberhaching und Ismaning teilnehmen?
Michael Kohlmann: Johannes Härteis, Hannes Wagner und Kevin Krawietz werden beide Turniere spielen, Sebastian Prechtel und Paul Wörner nur die DAIKIN Open in Oberhaching. Maximilian Marterer wird eventuell in Ismaning an den Start gehen, das entscheidet sich aber erst kurz vor Turnierbeginn.

Was erwarten Sie von „Ihren Jungs“? Gibt es Spieler mit Titelchancen?
Ich hoffe natürlich auf einen Heimerfolg. Es gibt einige Spieler im DAIKIN Jungprofi-Team, die schon bewiesen haben, Turniere auf ITF-Future-Ebene gewinnen zu können. Und sollte Maxi Marterer tatsächlich in Ismaning auflaufen, ist er dort sicher der Turnierfavorit. Schließlich hat er sich in diesem Jahr bereits vier ITF-Titel gesichert, zuletzt bei den Dittelbrunn Open im unterfränkischen Hambach.

Was bedeutet ein Turnier vor der eigenen Haustüre für einen Nachwuchsprofi?
Es ist eine Riesengelegenheit, sich zu Hause zu präsentieren. Vor eigenem Publikum zu spielen, stellt natürlich auch eine gewisse Drucksituation dar und ist aus Sicht des Trainers daher sehr wichtig.

Wie sehen Ihre Aufgaben als DTB-Bundesstützpunkttrainer an der TennisBase Oberhaching aus?
Als Stützpunktleiter lege ich den Fokus auf die sportliche Entwicklung der B-Kader-Spieler des Deutschen Tennis Bundes, das sind aktuell Maximilian Marter und Daniel Masur. Darüber hinaus kümmere  ich mich mit den Kollegen der TennisBase um  das DAIKIN Jungprofi-Team. Auch die Planung und Organisation von Training, Turnierreisen und dergleichen gehört zu meinem Tätigkeitsspektrum in Oberhaching.

Wie bewerten Sie grundlegend die Turnierlandschaft in Deutschland? Sind Sie der Meinung, dass es genügend ITF-Turniere gibt?
Wir können durchaus mehr Turniere vertragen, um den einheimischen Talenten immer wieder Chancen zu geben, sich international zu messen. Die ITF Futures sind der ideale Platz sich an ATP Turniere zu gewöhnen. Sie sind die Basis für die Karrieren aller Spieler

Nicht zuletzt als Davis Cup-Teamchef sind Sie auf deutsche Profis angewiesen, die in der Weltklasse mithalten können. Wer könnte in die Fußstapfen der jetzigen Generation um Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer treten?
Mit Sascha Zverev haben wir aktuell schon einen 18-Jährigen in der absoluten Weltspitze. Aber auch Maximilian Marterer, Jan Choinski und Daniel Masur sowie der 16-jährige Marvin Möller können in vordere Bereiche der  Weltrangliste vorstoßen, wenn sie nur weiterhin so hart an sich arbeiten. Nicola Kuhn und Rudi Molleker sind zudem zwei außergewöhnlich gute 15-Jährige mit einem Riesenpotenzial. Anfang Oktober haben Marvin Möller und Nicola Kuhnsie das Finale des Junior Davis Cup erreicht und nur knapp gegen Kanada verloren. Also mir ist nicht bang.

Im Vergleich mit anderen Nationen – wie steht das deutsche Herrentennis da?
Wir gehören, wie es sich auch im Davis Cup seit Jahren widerspiegelt, zu den besten 16 Nationen der Welt. In der Breite sind wir gut aufgestellt. Das haben auch die US Open gezeigt, hier standen sieben Deutsche im Hauptfeld.Zwar fehlen uns im Moment die ganz grossen Erfolge, doch die Perspektive mit den Jugendlichen, die ich eben genannt habe, sieht absolut positiv aus,
 
Welche Aufgabe in der Förderung talentierte Jugendlicher sollen die Landesverbände übernehmen, welche der DTB ?
Beide Institutionen, die Verbände und der DTB  arbeiten seit Jahren gut zusammen. Dies zeigen die vielen Erfolge, die wir kontinuierlich  im Jugendbereich vorweisen können. Ich denke, dass wir in Zukunft mehr Gewicht auf den Übergang in den Profibereich legen müssen. Wir müssen weg von der breit angelegten Förderung zu einer individuellen Förderung der absoluten Spitzenathleten. Das ist sicher ein Diskussionspunkt in der Zusammenarbeit zwischen Landesverbänden und dem DTB.

In der Einzelweltrangliste standen Sie auf Platz 98, im Doppel gar auf Position 27. Welche Rolle spielt das Doppel im Training Ihrer Kaderathleten?
Um im Einzel wirklich erfolgreich zu sein, gehört auch eine gewisse Affinität zum Doppelspiel dazu. Hier lernen die Spieler, systematisch die Überbrückung von der Grundlinie zum Netz, sie müssen einfach ans Netz gehen, um hier erfolgreich zu sein. Wir werden in naher Zukunft auch reine Doppel-Lehrgänge anbieten, um die Spieler komplett auszubilden. Aber eins steht auch fest: Unser Hauptziel besteht darin, sehr erfolgreiche Einzelspieler im DTB zu haben.


Interview mit den Turnierdirektoren Christoph Poehlmann (DAIKIN Open Oberhaching) und Heiko Hampl (Ismaning Open by Medicus)

Christoph Poehlmann (links) und Heiko Hampl, die Turnierdirektoren der DAIKIN Open bzw. Ismaning Open
Christoph Poehlmann (links) und Heiko Hampl, die Turnierdirektoren der DAIKIN Open bzw. Ismaning Open

Fragen an die Turnierdirektoren Christoph Poehlmann (Daikin Open in Oberhaching) und Heiko Hampl (Ismaning Open by Medicus).


Herr Poehlmann, Herr Hampl, wie viele Tage und Wochen vor dem ersten Ballwechsel beginnt die heiße Phase der Turnierorganisation?
Hampl: Die Entscheidung, dass zwei Future direkt nacheinander in München stattfinden, fiel erst im Hochsommer dieses Jahres, so dass wir nicht viel Zeit hatten. Ab September konnte ich dann voll in die Turnierorganisation einsteigen.
Poehlmann: Bedingt durch die erst im späten Frühjahr getroffene Entscheidung, die Turniere durchzuführen, war hier sicherlich ein „Express-Modus“ in der Vorbereitung nötig. Der grobe Organisationsrahmen wurde schon ein paar Monate vor dem Turnier festgelegt, das Feintuning erfolgt dann vor allem in den drei bis vier Wochen vor dem Turnier.

Wie eng stimmen Sie sich bei der Vorbereitung ab? Gibt es Schnittmengen bzw. gemeinsame Aufgaben?
Hampl: Wir haben uns in einigen Punkten abgestimmt. Zum Beispiel beim Turniermagazin. Es war eine gute Entscheidung, dies gemeinsam umzusetzen, da man mehr Inhalte generieren kann und Kosten spart. Wenn es um sportliche Entscheidungen wie beispielsweise die Vergabe von Wildcards geht oder um organisatorische Bereiche wie die Kooperation mit der FH Erding, sprechen wir natürlich auch regelmäßig miteinander.

Wie viele Helfer arbeiten neben Ihnen, um ein solches Turnier reibungslos abwickeln zu können? Was sind deren Aufgaben?
Hampl: In Ismaning haben wir ein 10-köpfiges Helferteam für die Turnierdurchführung. Sie erledigen Arbeiten im Turnierbüro, Shuttle Service, Besaitung, Pressestelle und teilen Ballkinder und Linienrichter ein.
Poehlmann: Bei den DAIKIN Open wird sich ein etwas kleinerer Kern von etwa 4-5 Personen um die organisatorischen Belange kümmern, was auch darauf zurückzuführen ist, dass in Oberhaching „nur“ ein reines Herrenturnier gespielt wird. Die grundsätzlichen Aufgaben sind letztlich bei beiden Turnieren deckungsgleich.

Wie viele Schiedsrichter, Linienrichter und Ballkinder sind im Einsatz?
Poehlmann: In Oberhaching werden neben ITF Supervisor Christian Knabe weitere fünf Stuhlschiedsrichter vor Ort sein, die für einen reibungslosen Ablauf auf dem Platz sorgen sollen. Auf Linienrichter und Ballkinder verzichten wir bei dieser Erstauflage.
Hampl: Aufgrund der größeren Anzahl an Matches durch die Kombination eines Damen- und Herrenturniers, werden in Ismaning neben ITF Supervisor Sabine Schulz acht Schiedsrichter vor Ort sein. Diese werden verteilt über die Woche von je zehn Linienrichtern und Ballkindern unterstützt.

Wie unterschieden sich Turniere der ITF-Ebene beispielsweise von Turnieren der ATP- und WTA-Tour?
Poehlmann: Man hat auf diesem Einstiegslevel vor allem weniger Pflichten, so dass die Organisationshürden geringer sind. So kann man beispielsweise Ballkinder und Linienrichter einsetzen, man ist dazu aber nicht verpflichtet. Hospitality, das heißt Übernachtung und Verpflegung für Spieler auf Kosten des Veranstalters, ist ebenso keine Voraussetzung auf diesem Level, was aber zum Beispiel ab 2017 bei jedem ATP Challenger vorgeschrieben sein wird. Auf Challenger-Ebene sind auch die Preisgelder bereits in der Einstiegsstufe in den letzten vier Jahren von 30.000 Euro auf nun 42.500 Euro angehoben worden. Folglich ist das Turnierbudget natürlich der wesentliche Unterschied zwischen einem ITF-Future-Turnier und einem Event auf ATP- oder WTA-Ebene.

Und wie unterscheiden sich die beiden Turniere, die DAIKIN Open und die Ismaning Open by Medicus?
Hampl: Wir spielen in Ismaning einerseits auf einem anderen Bodenbelag, nämlich Teppich statt Rebounde Ace, andererseits haben wir parallel auch noch eine Damenkonkurrenz.
Poehlmann: Sicherlich ist es auch ein Unterschied, dass das Turnier in Oberhaching in der TennisBase, also dem Landesleistungs- und Ausbildungszentrum des Bayerischen Tennis-Verbands, ausgetragen wird und daher hier kein Verein hinter dem Turnier steht und folglich hier keine Vereinsbelange berücksichtigt werden müssen. Die Organisation vor Ort in Oberhaching läuft primär über hauptamtliche Strukturen.

Was ist das Besondere an den DAIKIN Open, was an den Ismaning Open by Medicus?
Poehlmann: Eine der Besonderheiten in Oberhaching ist vor allem die TennisBase als Austragungsort an sich, da hier im „Wohnzimmer“, also der Trainingsstätte vieler deutscher Profis und Nachwuchsspieler gespielt wird. Die Infrastruktur mit der in die Sportschule Oberhaching eingebetteten TennisBase und allen zugehörigen Möglichkeiten für Sportler ist klar ein großer Pluspunkt unseres Turniers.
Hampl: Ein Combined Event gibt es sonst nur noch einmal in Deutschland bei Marc Raffel in Kaarst. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz. Die Menschen, mit denen ich bisher zu tun hatte, sind sehr hilfsbereit und sympathisch.

Was sind die größten Herausforderungen für einen Turnierdirektor?
Poehlmann: Neben den entsprechenden organisatorischen Abstimmungen mit den verschiedensten Personen und Institutionen ist natürlich vor allem wichtig, das Turnier auf eine wirtschaftlich gesunde Basis zu stellen, was heutzutage eine immer größere Herausforderung darstellt.

Herr Hampl, Sie veranstalten bereits erfolgreich ein ATP-Turnier in Marburg, wo Sie auch zu Hause sind. Inwieweit profitieren Sie von Ihren dortigen Erfahrungen, inwieweit begeben Sie sich hier bayerischen Süden auf Neuland?
Hampl: Man kann schon einiges mitnehmen aus den Erfahrungen der Challenger Ebene. Da ich mit Dr. Peter Aurnhammer einen ausgezeichneten Ansprechpartner vor Ort habe, bleiben offene Fragen nie lange unbeantwortet. Ohne die Unterstützung von Dr. Aurnhammer würde es keine Ismaning Open by Medicus geben. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Die ITF hat die Erhöhung der Preisgelder von 10.000 auf 15.000 US Dollar ab 2017 beschlossen. Was bedeutet das für Sie als Turnierdirektoren?
Hampl: Auf dem Papier bedeutet das ganz einfach: Mehr „Klinken putzen“ und folglich höhere Sponsoring-Einnahmen generieren. Es klingt banal, aber letztlich ist das eine der größten und schwierigsten Herausforderungen zur Sicherung der Turnierstandorte. Es geht darum, seine Bemühungen noch weiter zu intensivieren, bestehende Partner und Sponsoren zu einem höheren Sponsoring-Beitrag zu motivieren oder eben durch Neuakquisen die entstehende Lücke zu schließen.